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Schule um 1900

geschrieben am 23.11.2016


Schule früher und heute:

Eine kleine Reise durch die Zeit

 

Diese Reise unternahmen die Kinder der 3. Klasse in ihrem Sachunterricht.

In der Unterrichtseinheit „Schule früher und heute“ lernten sie den Schulablauf und den Unterrichtsstil vor 100 Jahren kennen. Dieser wurde dann mit dem heutigen Unterricht verglichen.

Schulpflicht

Die staatlich vorgeschriebene Schulpflicht ist gar nicht mal so alt. Erstmals verordnete der preußische König Friedrich Wilhelm I. im Jahr 1717 den Schulzwang durch ein Edikt. Seinem Beispiel folgten nach und nach weitere Herrscher.

Richtig umgesetzt und eingehalten wurde die Schulpflicht aber erst im Laufe des 19. Jahrhunderts. Viele Eltern sahen die Notwendigkeit eines regelmäßigen Unterrichts nicht, schließlich gingen ihnen damit Arbeitskräfte verloren. Auch bedeutete der regelmäßige Besuch der Schule eine erhebliche finanzielle Belastung für ärmere Bevölkerungsschichten. Doch seit dem Beginn der Schulpflicht hat sich vieles verändert.

Lehrer früher und heute

Die finanzielle Situation und das gesellschaftliche Ansehen der Lehrer waren lange Zeit bescheiden. Viele mussten neben ihrem Schuldienst anderweitig arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu sichern. Die Lage des Berufstandes verbesserte sich erst im 20. Jahrhundert. Übrigens ist bewusst die Rede von "Lehrern". Lehrerinnen gab es zwar vereinzelt, aber erst ab den 1860er-Jahren gewährte ihnen der Staat den Zugang zum Lehrerberuf. Sie durften jedoch nicht alle Schulfächer unterrichten und mussten ihren Beruf aufgeben, sobald sie heirateten. Dieses "Lehrerinnenzölibat" wurde 1919 aus der Verfassung gestrichen

Heute ist das Tätigkeitsfeld der Lehrer weitaus größer als früher. Neben dem pädagogischen Lehrauftrag ist Beratungskompetenz bei der Berufs- und Studienwahl der Schüler gefragt. Ein Lehrer ist nicht mehr bloß Respektsperson, sondern soll seine Schüler in schwierigen Situationen auch als Vertrauensperson unterstützen. Die psychische Belastung für Lehrer ist laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aus dem Jahr 2012 heute höher als noch vor knapp 15 Jahren. Auch müssen sie Erziehungsaufgaben der Eltern übernehmen, wobei der Umgang mit diesen als deutlich schwieriger erlebt wird. Trotzdem gaben 63 Prozent der befragten Lehrer an, dass die Freude an ihrem Beruf überwiege.

Früher waren Disziplin, Gehorsam, Fleiß und Ordnung  die entscheidenden Erziehungsziele in der deutschen Kaiserzeit. Die Schüler bewegten sich im Takt nach Kommando des Lehrers. Reden und Tuscheln wurde sofort hart bestraft. Die Anweisung "Gerade sitzen, Ohren spitzen. Hände falten, Schnabel halten." dürfte die Atmosphäre zu dieser Zeit sehr gut beschreiben. Körperliche Züchtigungen bei mangelnder Disziplin und schlechten Leistungen standen bis weit ins 20. Jahrhundert auf der Tagesordnung. Der Ausdruck "Tatzen bekommen" – damit sind Schläge mit einem Rohrstock oder Lineal auf die Handfläche gemeint – dürfte deinen Großeltern noch bekannt sein. Schüler mussten teilweise selbst die Weidestücke zurechtschneiden, mit denen sie geschlagen wurden. Warum sich niemand beschwerte? Prügelstrafen waren auch im Elternhaus gang und gäbe.

Ab den 1960er-Jahren verboten zunehmend alle Bundesländer die körperliche Züchtigung an Schulen, das Schlusslicht war Bayern im Jahr 1983.

In einem Klassenzimmer unterrichtete ein Lehrer mehrere Jahrgänge mit bis zu 100 Schülern. Die Schüler saßen nach Jahrgängen gestaffelt auf den Bänken. Der Begriff "sitzen bleiben" hat hier seinen Ursprung: Ein Schüler mit schlechten Leistungen durfte im neuen Schuljahr nicht die Bank wechseln.

Im 18. Jahrhundert bildeten Religion, Lesen, Schreiben, Singen, zunehmend auch Rechnen den Fächerkanon. Der Stundenplan sah je nach Geschlecht unterschiedlich aus. Jungen hatten "Rechnen und Raumlehre", Mädchen "Weibliche Handarbeit". Sportunterricht gab es nur für männliche Schüler: Das Schulfach "Leibesertüchtigung" sollte sie auf den Kriegsdienst vorbereiten. Mit Einführung der allgemeinen Schulpflicht wurden auch Schulzeugnisse ausgestellt. Sie dienten anfangs nur als Nachweis für die Erfüllung der Schulpflicht, erst später als Qualifikationsnachweis. wesentlich über unsere individuellen und gesellschaftlichen Chancen.

 


Mit großer Begeisterung und viel Interesse verfolgten die Schüler dieses Thema. Sie kleideten sich wie die Schüler von früher, die Mädchen flochten sich ihre Haare, die Jungen zogen Mützen auf.

Mit Gänsefedern wurde die Sütterlinschrift geübt und sauber in ein Heft geschrieben.

Jeden Morgen wurden die Fingernägel und Hände auf Sauberkeit vom Lehrer überprüft.

Sie Schüler befragten ihre Großeltern und ältere Menschen aus ihrem Bekanntenkreis über ihr Leben in der Schule. Einige Kinder brachten sogar alte Zeugnisse und Klassenfotos von früher mit. So entstand ein kleines Schulmuseum im Klassenzimmer.

Der Abschluss der Einheit bildete eine Schulstunde mit Herrn Oberlehrer Dr. Werner Klein im historischen Klassenzimmer auf dem Dachboden der GS Weidenthal. Hier konnten die Schüler eine Unterrichtsstunde von früher erleben und sie später mit dem heutigen Unterricht vergleichen.

Den Kindern wurde bewusst, in welch schöner Zeit sie heute leben und in Geborgenheit und Sicherheit aufwachsen dürfen.

Sie finden nun Schule gar nicht mehr so öde und reden nicht mehr von „strengen Lehrern“.

Selbstständiges Denken, Kreativität, eigene Ideen und Kritikfähigkeit sollen heutzutage in der Schule entwickelt werden. Gruppenarbeit, Lernspiele und digitale Programme sorgen für einen abwechslungsreichen Unterricht.

 




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